Team Eule oder Lerche?

Welcher Typ bist du?

Ich gebe es zu: Ich bin eine Eule. Die Nächte sind mein Revier, und tagsüber brauche ich meine Anlaufzeit oder einen Kaffee 😉, bevor ich funktioniere. Kein Wunder, dass ich kreative Schübe meist dann bekomme, wenn andere schon die Augen zu haben. Viele von uns Kreativen scheinen eher nachtaktiv zu sein – vielleicht, weil die Ruhe der Nacht uns die Freiheit gibt, ungestört zu denken. Aber warum ist das so?

Team Eule

Die Begriffe „Eule“ und „Lerche“ beschreiben zwei grundlegende Chronotypen. Während Lerchen morgens fröhlich aus dem Bett hüpfen und um 8 Uhr schon Power-Point-Präsentationen rocken, drehen sich Eulen lieber nochmal um. Dafür sind sie abends auf Hochtouren – während die Lerchen spätestens nach der Tagesschau wie ausgeknipst sind. Klingt simpel, oder? Aber der Unterschied hat tiefere, neuronale Ursachen.

Unser Chronotyp ist nämlich fest verdrahtet – im wahrsten Sinne des Wortes. Eine kleine Region im Gehirn, der sogenannte suprachiasmatische Nukleus (ja, das klingt kompliziert, aber sagen wir einfach: die innere Uhr), steuert, wann wir uns fit oder müde fühlen. Diese innere Uhr wird unter anderem von Genen beeinflusst. Wer "Eulen-Varianten" in seinem Erbgut trägt – so wie ich, produziert später am Abend das Schlafhormon Melatonin – und bleibt länger wach. Lerchen hingegen bekommen den Melatonin-Schub schon früh und sind dementsprechend schneller im „Standby-Modus“.

Trotzdem lebt unsere Gesellschaft leider nach Lerchen-Takt: Früh aufstehen, früh funktionieren. Für uns Eulen ist das ein täglicher Kampf gegen die Natur. Aber hey, auch das hat seine Vorteile. Während die Lerchen schon längst träumen, haben wir Eulen die Welt für uns – und das Beste: Die wirklich brillanten Ideen kommen oft, wenn die Uhr Mitternacht schlägt.

Am Ende ist es also keine Frage, was „besser“ ist. Ob Eule oder Lerche, unser Gehirn macht uns einzigartig. Und mal ehrlich: Was wäre die Welt ohne ein bisschen nächtlichen Wahnsinn?


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