Yvonne Beyer, Grafikdesignerin aus Chemnitz, fragt sich: Wie wird man eigentlich erfolgreich? In diesem Beitrag teile ich meine persönliche Geschichte vom Förderverein der Kunsthochschule in Schneeberg bis zur Selbstständigkeit. Mein Fazit: Leidenschaft, Verlässlichkeit und ein Quäntchen Glück machen den Unterschied.
Wie wird man eigentlich erfolgreich?
Ein altes chinesisches Sprichwort aus dem Horoskop des Holzschweins sagt: „Erfolge fallen nicht vom Himmel. Es zählen nur die Fakten." Kurz. Direkt. Und irgendwie wahr. Auch auf der diesjährigen OMR in Hamburg wurde ich einmal mehr mit dieser Frage konfrontiert. Fast jede Keynote, fast jedes Gespräch auf der Bühne drehte sich früher oder später darum: Wie bist du eigentlich erfolgreich geworden? Und die Antworten der Befragten ähnelten sich dabei verblüffend: Tu das, wofür du brennst. Mit Liebe, mit Herzblut und bitte nicht nur des Geldes wegen.
Ich frage mich das auch hin und wieder. Wie habe ich es geschafft, mich in Chemnitz als Grafikdesignerin zu etablieren und tatsächlich davon zu leben? Denn so selbstverständlich ist das nicht. Viele scheitern genau an diesem Punkt. Rückblickend war es eine Mischung aus drei Dingen: ein starker innerer Antrieb, ein gehöriges Quäntchen Glück und die Tatsache, dass ich nie aufgehört habe, kreativ zu sein. Schon als Kind war das mein Weg: basteln, malen, ausprobieren. Ein Kreativkurs initiiert von der Angewandten Kunsthochschule Schneeberg an einem Wochentag in der Woche parallel zur Schule, dann der Wechsel auf ein Gymnasium mit Kunstabi, die Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin, und schließlich – eigentlich ungewollt – das Designstudium in Dessau. Und ehe ich mich versah, war ich selbstständig. Und wollte nichts anderes mehr.
Verlässlichkeit als Fundament
Was mich dabei wirklich von anderen unterschieden hat? Fleiß und Zuverlässigkeit. Klingt unspektakulär, ist aber Gold wert. Besonders in der Agenturwelt. Ich habe viele Grafikerinnen und Grafiker kommen und gehen sehen, die handwerklich gut waren, aber Deadlines ignorierten, Termine nicht hielten oder Kommunikation als optional betrachteten. Wer das tut, wird schlicht nicht wieder gebucht. Ein Projekt muss pünktlich beim Kunden sein. Das ist keine Verhandlungssache. Und ja, das bedeutet manchmal auch, einen Samstagvormittag am Rechner zu sitzen oder im Urlaub unter Palmen mit seinem Rechner zu sitzen (Und es gibt echt Schlimmeres.). Das ist eine ganz persönliche Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen darf. Für mich hat sich dieser Einsatz immer ausgezahlt und er tut es bis heute.
„Erfolge fallen nicht vom Himmel. Es zählen nur die Fakten.“
Also:
Wie wird man erfolgreich? Es gibt keine universelle Formel. Aber es gibt Zutaten, die sich bewähren: Leidenschaft, Konsequenz, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, auch dann weiterzumachen, wenn es unbequem wird. Das chinesische Holzschwein hat recht: Am Ende zählen die Fakten. Und der schönste Fakt ist der, den man sich selbst erarbeitet hat.
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Wie schafft man es, als Freelancerin in einer Kreativbranche dauerhaft zu bestehen?
Indem man Qualität mit Verlässlichkeit verbindet. Gutes Design allein reicht nicht. Wer Termine hält, klar kommuniziert und liefert, was versprochen wurde, baut sich langfristig einen soliden Ruf auf.
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Muss man für den Erfolg auf Work-Life-Balance verzichten?
Nicht grundsätzlich. Aber es braucht klare Regeln und ehrliche Kommunikation. Wer seinen Kunden frühzeitig mitteilt, wann er erreichbar ist und wann nicht, schafft Vertrauen. Gelegentliche Mehrarbeit gehört dazu, sollte aber die Ausnahme bleiben.
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Kann man wirklich von einer kreativen Leidenschaft leben?
Ja, aber es erfordert mehr als Talent. Es braucht unternehmerisches Denken, Durchhaltevermögen und den Mut, auch in unsicheren Phasen weiterzumachen. Wer brennt und dabei strukturiert arbeitet, hat gute Chancen.
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